Oetty vs. Pilzholz

Oetty vs Pilsholz

Nur eine kleine, aber erwähnenswerte Anekdote.
Nachdem Oetty seinen maximal erträglichen Alkoholpegel um ca. 30% überstiegen hatte, beschloss er, oder viel mehr dirigierte ihn sein Überlebensinstinkt (wahrscheinlich der Drang nach Essen oder revitalisierendem Schlaf), sich einen weg nach Hause zu bahnen.
Da er leider nicht mehr in der Lage war sich an seinen Heimweg zu erinnern (sein Orientierungssinn litt unter einem Alkoholüberschuss), wandte er sich wie bereits die alten Griechen hunderte von Jahren vor ihm an die Himmelskörper und fand heraus in welcher Richtung sein Bett + Kühlschrank liegen muss. Leider hatte dieses System die heutigen Straßensysteme nicht mit einberechnet. So folgte Oetty den Sternen und damit auch seinem Schicksal. Denn zwischen den Zentralhallen und seiner Heimat lag das Pilsholz...

Normaler Weg und Oettys Weg



Der Pilsholz:
Plötzlich tat sich vor Oetty ein riesiger, dunkler Wald auf. Zu dunkel um ohne Licht durchquert zu werden. Da sein neues Handy eine eingebaute LD Taschenlampe hatte, war dies natürlich kein Problem....anfangs zumindestens.
Oetty folgte einem normalen Fahrradweg bis er zu einer T-Kreuzung kam. Nach kurzem Überlegen nahm er instinktiv den rechten Weg, welcher nach knapp 100M im nichts endete.Oetty fuhr über einen schmalen Trampelpfad und hatte eine Sichtweite von knapp 2 Metern. Als Oetty mitten im tiefsten Pilzholz war, verließ ihn die Technik und sein Licht ging aus (Akku leer, kacke). Er nahm seinen Akku raus, verfluchte die Technik und rastete an einem Baum. Plötzlich war sein Akku weg...da man im wahrsten Sinne des Wortes die Hand vor Augen nicht mehr sah, suchte er ihn eine halbe Ewigkeit im matschigen Waldboden. Es gab zwei Möglichkeiten....hier schlafen oder weiter "fahren". Da es für die erste Eindeutig zu kalt war entschied er sich für die Zweite. Da er nun so gut wie gar nichts mehr sah, dauerte es nicht lange und er kollideirte frontal mit einer deutschen Eiche (und die war weiß Gott nicht weich). Die Elastizität des Baumes ließ zu wünschen übrig, dennoch kämpfte er sich, mitlerweile angetrieben von einem panischen Überlebenswillen weiter durch den Wald....Vietnam war nichts dagegen!
Plötzlich erblickte er Hoffnungsvoll ein großes, weites Feld auf drei Uhr, welches ihn lediglich von einem kleinem Pfützchen trennte. Oetty fuhr also bedenkenlos auf die Pfütze zu, welche sich doch als tiefer erwies. Er stürtzte von seinem Fahrrad und machte einen Bauchflätscher.....er stand Hüfttief im "Wasser" (es roch eher nach einer Mischung von Methan, Bor und Schwefel). Sein Adrinalin-Spiegel stieg...ihm kamen Bilder von alten Mohrleichen in den Kopf....."will ich in 1000 Jahren wie Ötzi aussehen und hier rausgezogen werden?"...Nein....Er kämpfte erbahrmungslos um sich und sein treues Fahrrad (2 Jahre älter als er selbst) aus der zähen und dickfüssigen Brühe zu ziehen. Es dauerte etwas über 5 Min. bis er sich befreit hatte und wieder im "sicheren" Wald stand. Er entschied schnell: Ich muss weiter durch den Wald! Wie spät ist es? Wann wird es endlich hell? das kann doch nicht mehr lange dauern....
Nach zwei weiteren standfesten Eichen (die sowohl ihn als auch sein Fahrrad in einen immer schlechteren Zustand versetzten), gelangte er auf ein großes freies Feld. Allerdings erwies sich auch dies als äußerst heimtückisch. Oetty fühlt sich sicher und befreit, bis ihn die Realität in Form eines Stacheldrahtzaunes zurück auf den Boden holte (wieder im wahrstensinne des Wortes). Alles wurde immer Kriegsähnlicher. Beim überqueren dieses Stacheldrahtzaunes, musste auch seine Hose dran glauben, was ihm aber egal war...er wollte nur noch eins: Überleben!
Es dauerte keine Minute, bis Oetty anhand eines zweiten Stacheldrahtzaunes die Stoßgesetze praktisch bewies. Endlich zuhause angekommen erwartete ihn Marvin, der den normalen Weg genommen hatte und bereits über eine Stunde gewartet hatte( wohlgemerkt: Marv ist über eine halbe Stunde später losgefahren als Oetty). Trieftend von nach Gülle riechendem Modder sagte Oetty einfach nur noch :" Sag jetzt kein Wort! Halt einfach nur die Fresse!" Schloss die Tür auf und ging schlafen.